Eiszeiten und Klimawandel im Wehntal
Zeitlicher Ablauf
1. Vorprojekt 2007/2008
04.10.07: Bohrgerät der Firma Stump ForaTec AG, Spezialist für Tiefbohrungen, wird in Niederweningen installiert an der Ecke Mammutweg–Murzlenstrasse nahe bei den Mammutfundstellen
.
08.10.07: .Erste Erkundungsbohrung bis 17.7 m Tiefe mit Dreifach-Kernrohr. Die Bohrkerne werden in Plastikrohren geborgen, versiegelt und mit Alu-Folie zum Schutz gegen Licht umwickelt. Die geschützten Bohrkerne werden täglich in den Kühlraum des Limnogeologie-Labors der ETH Zürich gebracht.
10.10.07: Zweite Bohrung 3 m neben der ersten mit Einfach-Kernrohr bis in 30 m Tiefe. Die in Plastikfolie eingepackten Bohrkerne werden im Betriebsschutzraum der Bucher-Guyer AG gelagert.
Nov. 07: Im Limnogeologie-Labor der ETH Zürich werden mit dem GEOTEK Core Scanner petrophysikalische Daten ermittelt bezüglich Dichte, Magnetismus und Schallwellengeschwindigkeit.
05.12.07: Aufschneiden, Fotografieren und Dokumentieren der Bohrkerne. Probeentnahmen für Spezial-untersuchungen durch die beteiligten Forscher:
- Dr. Flavio Anselmetti, Sedimentologe an der EAWAG und ETH Zürich
- PD Dr. Frank Preusser, Leiter Lumineszenz-Labor, Geologisches Institut Universität Bern
- Prof. (emer.) Dr. Friedrich Heller, Paläomagnetik ETH-Zürich
- Dr. Ruth Drescher-Schneider, Pollenanalyse, Universität Graz
20.08.08: Workshop und Berichte über die Erkundungsbohrungen:
- Beschreibung und Interpretation der Schichtfolge.
- Vergleich mit den Profilen der Mammutfunde 2003 und 2004 (ca. 45'000 Jahre vor heute).
- Altersmässige Einstufung der Ablagerungen unter dem Mammuttorf, insbesondere der unteren Torfschicht aus der Eem-Zwischeneiszeit, (ca. 110'000 bis 130'000 Jahre vor heute).
2. Hauptprojekt 2008/2009
Mai 2008: Geophysikalische Untersuchungen in Längs- und Querprofilen im Wehntal zur Erkundung der Torfschichten und der Lage der Felsoberfläche.
03.12.08: Workshop und Berichte über die geologischen Untersuchungen:
- Lage und Struktur der Molassefelsrinne im Wehntal
- Schichtfolgen der Ablagerungen der letzten 200'000 Jahre im Gletschersee des Wehntals
- Optimaler Standort für die geplante Kernbohrung in möglichst ungestörten Schichtfolgen
Feb.-März: Zwei Sondierbohrungen und eine Kernbohrung bis rund 100 m Tiefe, Bohrloch- und Grundwasser-Untersuchungen.
Ab April: Umfassende Untersuchungen des Bohrkerns zur Ermittlung der Klimageschichte, Vegetation
und Fauna der letzten rund 200'000 Jahre im Wehntal.
3. Publikation und Ausstellung im Mammutmuseum
Laufend 2009/2010: Medienberichte und Informationen im Museum über den Projektverlauf und erste Ergebnisse.
2009/10Ausstellungsergänzung im Mammutmuseum. Die Ausstellung umfasst voraussichtlich:
- Informationstafeln über die geologischen Untersuchungen und Bohrungen.
- Ausschnitte aus dem Bohrkern der Hauptbohrung.
- Informationstafeln zur Klimageschichte der letzten rund 200'000 Jahre.
- Evtl. ein Lebensbild der zwischeneiszeitlichen Warmzeit vor ca. 110'000 bis 130'000 Jahren.
- Evtl. interaktive dreidimensionale Darstellung der vom Gletschereis und Schmelzwasser-strömen gebildeten langgezogenen Molassefelsrinne des Wehntals und der sukzessiven klimaabhängigen Auffüllung durch Sedimente und Moore im Lauf der Jahrtausende.
- Evtl. Computeranimation der Entstehung des Wehntals mit dem zeitlichen Ablauf der Kalt- und Warmphasen in der Epoche der Eiszeiten.
